Winterreifen für den Smart ForTwo CDI

Auf meinem Smart City Coupe CDI fahre ich bereits seit dem ersten Winter im Wechsel Sommer- und Winterreifen.

Der kurze Radstand des Smart ForTwo in Kombination mit den schmalen Vorderrädern führt zu Fahreigenschaften, die man mit an die Witterung angepaßten Reifen deutlich verbessern kann.

Schmale Vorderreifen tragen die Hauptlast beim Bremsen

Beim Bremsen liegt die Hauptlast auf der Vorderachse. Der Smart reagiert hier wie alle anderen PKW: Beim Bremsen verschiebt sich der Schwerpunkt nach vorne, die Vorderräder können mehr Bremsleistung bringen ohne zu blockieren. Gleichzeitig wird die Hinterachse entlastet und die mögliche Bremsleistung der Hinterachse sinkt, die Hinterachse neigt zum früheren Blockieren.

Als Faustregel kann gelten, daß die Bremskraft zu 2/3 von der Vorderachse und nur zu 1/3 von der Hinterachse erbracht wird. Bei PKWs werden (wie auch beim Smart) vorne meist Scheibenbremsen und hinten schwächere Trommelbremsen eingesetzt. Bremskraftverteiler und ABS sorgen dafür, daß die Bremsen an allen Rädern optimal ausgenutzt werden.

Bei nasser oder rutschiger Fahrbahn bremst das ABS das Rad bis kurz vor den Punkt ab, an dem es blockieren würde. Genau an diesem Punkt entfaltet die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn die größte Bremswirkung.

Bei einer Vollbremsung wird die Bremse zunächst so stark wie möglich eingesetzt. Die Elektronik überwacht das Rad und verringert den Bremsdruck kurz vor dem Blockieren und erhöht den Bremsdruck wieder, bis das Rad wiederum kurz vor das Blockieren steht. Der Vorgang wird durch ein Stuckern im Bremspedal für den Fahrer spürbar.

Je schlechter die Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn ist, desto geringer ist die Bremskraft die sich mit dem Rad auf die Straße bringen läßt. Die Haftung des Reifens hängt sowohl von der Aufstandsfläche als auch von der Kraft ab, als auch von den Eigenschaften der verwendeten Gummimischung des Reifens. Es gibt wenige Fahrzeuge die noch schmälere Räder auf der Vorderachse haben als das Smart City Coupe CDI (ein Auto ist die berühmte Ente mit 125er-Reifen).

Sommergummi und Wintergummi

Sommermischungen sind deutlich härter ausgelegt als die Gummimischungen für Winterreifen. Bei höheren Temperaturen wird Gummi weich und geschmeidig, er paßt sich besser dem Untergrund an. Ein Teil der höheren Temperatur des Reifens im Sommer entsteht durch das Kneten der Reifen beim Abrollen, durch die höheren Außentemperaturen und fehlende Verdunstungskälte des Wassers können Reifen bei längeren Strecken sehr heiß werden. Winterreifen würden bei diesen hohen Temperaturen zu weich, würden vorzeitig verschleißen und durch übermäßige Haftung den Benzin- oder Dieselverbrauch in die Höhe treiben.

Der Smart ForTwo CDI ist eine 3l-Auto und erreicht die guten Verbrauchswerte im Sommer nur mit den zugelassenen härteren Eco-Reifen und den schmalen 135er-Vorderrädern. Die 135er Niederquerschnitts-Vorderreifen gehören zur 3l-Zulassung, breitere Reifen sind beim CDI nicht zugelassen.

Im Winter ändern sich die Bedingungen: Niedrige Außentemperaturen, Wasser und Schnee entziehen dem Reifen die Wärme. Der Reifen bleibt auch nach längerer Fahrt kalt. Bei niedrigen Temperaturen wird Gummi hart. Das Gummi der harten Sommerreifen kann sich nicht mehr richtig an die Fahrbahn anpassen und haftet jetzt deutlich schlechter. Bei sehr tiefen Temperaturen reagieren die Sommerreifen wie eisenbeschlagene Kutschenräder, die Haftung ist nur noch minimal.

Winterräder werden aus weicheren Gummimischungen hergestellt, die auch in einem tieferen Temperaturbereich noch geschmeidig bleiben und besser haften. Noch bei niedrigen Temperaturen reagieren diese Gummimischungen wie die Eco-Sommerreifen im Sommer.

Ganzjahresreifen bilden eine Schnittmenge aus Sommerreifen und Winterreifen. Im Sommer zu weich, im echten Winter zu hart, vereinen die Ganzjahresreifen die schlechten Eigenschaften beider Reifentypen. Für ganz spezifische Einsatzzwecke mag sich ein solcher Reifen vielleicht lohnen, aber für den Smart ForTwo möchte ich ihn nicht empfehlen.

Was macht das Profil?

Das Profil bestimmt die Bremsleistung deutlich weniger als manche vermuten: Die Bremsleistung wird durch die zur Verfügung stehende Fläche bestimmt, nicht durch scharfe Kanten oder besonders geformte Rillen. Der Reifen gräbt sich mit seinen Rillen nicht wie mit Steigeisen in die Fahrbahn.

Das Profil hat die Aufgabe Flüssigkeiten und Matsch aus dem Bereich zwischen der aktiven Gummifläche und der festen Fahrbahn wegzuführen und so den Reifen mit einer möglichst großen Fläche direkt auf die Fahrbahn zu bringen. Befindet sich Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn gleitet der Reifen über die Fahrbahn. Im Extremfall schwimmt der komplette Reifen auf dem Wasserfilm, das nennt sich dann Aquaplaning.

Wo bekomme ich die Winterreifen?

Die Reifengrößen für den Smart ForTwo besitzt meines Wissens kein anderes Fahrzeug. Die Reifen wurden speziell für das Smart City Coupe entwickelt und entsprechend gibt es die Reifen dort besonders günstig wo diese Größe am meisten nachgefragt wird:

Die Mercedes-Händler nutzen den Smart ForTwo als Werkstattersatzwagen und nehmen deshalb oft mehrere Sätze Winterräder auf Lager, viele Mercedes-Händler bieten zudem Service für Smart-Fahrzeuge an. Ansonsten können nur Großhändler im Versandhandel ansehnliche Mengen verkaufen. Wenn ein Einzelhändler den Reifen nicht auf Lager hat und erst im Großhandel bestellen muß, wird die Sache meist teuer.


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